Allgemeine Kochanweisungen

Jul 28, 2021

Allgemeine Information zur Aufbereitung und Anwendung eines Dekoktes aus chinesischen Teemischungen

Kochen der chinesischen Tees ist an sich schon eine Kunst. Der therapeutische Erfolg hängt stark von der Art und Weise der Dekoktierung ab.


Kochtopf:

Zum Kochen eignet sich am besten ein Tonkochtopf (Alu- oder Porzellantopf). Auch ein Emailletopf ist gut geeignet. Töpfe aus Stahl oder Eisen können beim Kochen die eigentliche Wirkung der Rezeptur stören.

Vorbereitung:

Vor dem Kochen sollte eine Teemischung 30 Minuten mit kaltem Wasser eingeweicht werden, damit die Zellenstruktur gelockert wird und Inhaltsstoffe beim Kochen besser in die Dekoktlösung übergehen. Wassermenge: ca. 3 cm über der Teemischung.

Kochen:

Kochzeit: Normale Drogen werden zunächst bei starker Hitze zum Kochen gebracht und dann bei milder Hitze noch ca. 30 Minuten geköchelt. Harte, kompakte und mineralische Drogen werden ca. 30 Minuten länger gekocht. Dünne und aromatische Drogen werden kürzer gekocht (kurz vor dem Abschluss des Kochvorgangs zugegeben).

Sonderbehandlungen beachten:

Einige Drogen brauchen Sonderbehandlungen, wie z. B. gesondert in Gaze oder Teebeutel kochen; zunächst zerstoßen und dann kochen; separat kochen und das Filtrat zum Abkochen mit restlichem Tee nehmen usw.

Einnehmen:

Normalerweise wird das Dekokt warm eingenommen. Schweißtreibende Rezepturen (z. B. Cinnamomi Ramuli, Ephedrae Herba, Schizonepetae Herba, Saposhnikoviae Radix, Zingiberis Rhizoma) sollen heiß getrunken werden.

Sonderbehandlungen

Folgende Sorten sollten 20 bis 30 Minuten vorher hinzugefügt und damit länger abgekocht werden:

  • Haliotidis concha
  • Mastodi fossilia ossis / Draconis os
  • Ostreae concha
  • Magnetitum
  • Margaritifera usta concha
  • Haematitum
  • Gypsum fibrosum
  • Bubali cornu
  • Luffae fructus retinervus

Folgende Kräuter sollten zuerst abgekocht und filtriert werden. Das Filtrat wird dann statt Wasser zur Abkochung der restlichen Kräuter genommen:

  • Bambusae caulis in taenia
  • Phragmitis rhizoma
  • Prunellae spica

Folgend Kräuter sollten kürzer abgekocht und 5 bis 10 Minuten vor Ende der Kochzeit dem Dekokt zugegeben werden:

  • Menthae herba
  • Aucklandiae radix
  • Lonicerae flos
  • Amomi fructus
  • Artemisiae annuae herba
  • Rhei radix et rhizoma

Folgende Kräuter sollten separat abgekocht werden:

  • Ginseng radix et rhizoma

Pflanzensamen sind durch widerstandsfähige Samenschalen gut geschützt. Die Inhaltstoffe werden beim Kochen daher nur schwer ins Wasser freigesetzt. Deshalb sollten folgende Drogen zuerst zerstoßen und dann zur Rezepturmischung gegeben werden.

  • Alpiniae oxyphyllae fructus
  • Persicae semen
  • Amomi fructus
  • Pruni semen
  • Amomi rotundus fructus
  • Raphani semen
  • Arctii fructus
  • Schisandrae fructus
  • Armeniacae armarum aemen
  • Sesami semen nigrum
  • Cassiae semen
  • Sinapis semen
  • Chebulae fructus
  • Toosendan fructus
  • Gardeniae fructus
  • Trichosanthis semen
  • Ginkgo semen
  • Viticis fructus
  • Lablab semen
  • Ziziphi spinosae semen
  • Fritillariae thunbergii bulbus
  • Corydalis rhizoma

Folgende Sorten sollten in einem Teebeutel gekocht werden, um eine unangenehme Konsistenz des Dekokts zu vermeiden:

  • Artemisiae scopariae herba
  • Inulae flos
  • Artemisae annuae herba
  • Magnoliae flos
  • Eriobotryae folium
  • Taraxaci herba
  • Massa medicata fermentata
  • Celosiae semen
  • Perillae semen
  • Plantaginis semen
  • Cuscutae semen
  • Tritici germinatus fructus
  • Typhae pollen
  • Kochiae fructus

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