• Was ist die TCM überhaupt?
    Die TCM ist die Abkürzung für „Traditionelle Chinesische Medizin“. Es handelt sich um eine Jahrtausendlange Erfahrungsmedizin, die in China entstanden, heute aber in der ganzen Welt als eine wichtige Volksmedizin etabliert und weiterverbreitet ist. Behandlungsmethoden beinhalten Phyto (Kräuter) -Therapie, Akupunktur, Moxibustion, Tui Na-Massage, Qi Gong Training und weitere.

  • Was ist der Unterschied zwischen TCM und „anderer“ Medizin?

    Die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale der TCM sind:
    • Die Medizin der Mitte
      Der Name auf Chinesisch von TCM lautet 中医 „Zhong Yi“. 中 Zhong bedeutet hier „Mitte“, 医 Yi bedeutet Medizin. Unter der „Mitte“ versteht man die Harmonie und das Gleichgewicht in und außerhalb unseres Körpers und unseres Geistes. Alle therapeutischen Maßnahmen der TCM haben zum einzigen Ziel, diese Harmonie wieder herzustellen.
    • Die Medizin des Fließens
      Ein grundlegendes Prinzip der TCM besteht darin, dass alles im Universum fließt und sich dauernd verändert. Es findet ein ununterbrochener Material-, Energie- und Informationsaustausch zwischen verschiedenen Funktionsbereichen innerhalb unseres Körpers bzw. zwischen unserem Körper und der Umgebung statt. Wenn sich diese Flüsse im Stau befinden, treten Krankheiten auf — funktionelle oder strukturelle Abweichungen zum normalen Zustand. Die generelle therapeutische Strategie der TCM ist, diese Staus in sogenannten Meridianen abzubauen und alles wieder zum Fließen zu bringen. Hierfür werden mit Akupunkturnadeln an bestimmten Stellen (Akupunkturpunkten) gestochen, Tuina verwendet, Kräutermischungen getrunken und andere Methoden wie zum Beispiel Qigong-Übungen angewendet. Wenn Dinge im Fluss sind, kehrt unser Körper mit eigenen Kräften wieder zum gesunden und harmonischen Gleichgewichtszustand zurück.
    • Die Medizin der Ganzheitlichkeit
      Der Mensch mitsamt der Seele ist eine Funktionseinheit. Krankheiten können nicht anatomisch isoliert betrachtet und behandelt werden. Die TCM betrachtet nicht Krankheiten alleine, sondern den kranken Menschen. Daher werden nicht die Symptome, sondern die Wurzeln der Krankheiten bekämpft. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen ist in der Schulmedizin noch sehr neu und wird leider nicht breitflächig praktiziert.
    • Die Medizin der Prävention
      Die TCM-Diagnostik erfolgt sensorisch, d.h. sie stellt nicht die sichtbare anatomische Struktur in den Vordergrund. Stattdessen werden Körperzeichen wie Zungenbild, Puls, Gesichtsbild, Gang, Urin und Stuhl, sowie Lebensgewohnheit, Anamnese und Sozialumgebung des Patienten unter die Lupe genommen. Alle diese Zeichen verraten, was in unserem Körper nicht stimmt. Deswegen können Krankheiten in frühen Stadien von der TCM erkannt und rechtzeitig behandelt werden.

  • Warum sollte ich die TCM ausprobieren?
    Die TCM ist eine sanfte Naturmedizin und hat kaum Nebenwirkungen. Es lohnt sich vor allem bei chronischen und komplizierten Beschwereinen TCM-Therapeuten oder eine Therapeutin aufzusuchen. Auch wenn man einzelne Misserfolge erlebt, sollt man nicht die TCM generell aufgeben. Genauso wie bei schulmedizischen Behandlungen können selbst versierte und erfahrene TCM-Therapeuten und Therapeutinnen nicht alle Krankheiten immer erfolgreich behandeln, vor allem wenn sie keine Chance zu einem wiederholten Versuch haben.

  • Handelt es sich um einen Placebo-Effekt? Wirkt es nur, wenn man fest daran glaubt?
    Fest an die TCM zu glauben und eine positive und kooperative Einstellung zu hegen ist zwar günstig für eine erfolgreiche Behandlung, aber keine zwingende Voraussetzung. Ob es bei der TCM Placebo-Effekte gibt, ist schwer zu sagen. Da die TCM unserem Körper helfen kann, mit den eigenen Kräften zu einem gesunden und harmonischen Zustand zurückzukehren, kann man jede Therapie der TCM durchaus als „Placebo“ betrachten. Wenn die TCM-Behandlung spezifische Placebo-Effekte erfolgreich stimulieren kann, kann das als Erfolg gezählt werden. Placebo-Effekte sind auch Effekte. Es gibt auch in der modernen Schulmedizin Placebo-Therapien.

  • Woher weiß ich, welche Heilkräuter ich genau für meine Beschwerden nehmen soll?
    Bei Krankheiten sollte man am besten TCM-Praxen aufsuchen und sich ein auf individueller Diagnostik basierendes und maßgeschneidertes TCM-Rezept verschreiben lassen. Für die tägliche Gesundheitspflege gibt es zahlreiche Kräuter. Dazu sollte man eine Fachberatung der TCM-Diätetik in Anspruch nehmen oder sich selbst intensiv mit diesen Themen befassen. Hierfür ist ein Handbuch von Hans-Ulrich Hecker auch für Laien zum Einstieg zu empfehlen:
    • Praxishandbuch Chinesische Diätetik, von Uwe Siedentopp und Hans-Ulrich Hecker, erschienen im Verlag Siedentopp, 3. überarbeitete Auflage 2017

  • Wie nehme ich die Kräuter ein?
    Chinesische Heilkräuter werden am gängigsten gekocht und als Dekokt (durch Auskochung gewonnener wässriger Extrakt) eingenommen. Es gibt aber auch Fertigprodukte wie Kapseln, Pillen und Einzelinstantgranulate. Dieser Produkte ersparen den Patienten den mühsamen Kochvorgang und sind auch für unterwegs geeignet. Allerdings ist das Mischen eines individuellen Rezepts oft nicht möglich. Wann auch immer es möglich ist, empfehlen wir Patienten den Kochvorgang selbst zu übernehmen, da die persönliche Befassung mit der eigenen Heilung ebenfalls einen Beitrag zu dieser leisten kann.
    Hier geht es zur ausführlichen Kochanweisung für TCM-Kräuter.

  • Ist es nicht besser, die konzentrierten Wirkstoffe oder Vitamine einzunehmen?
    Wir halten es nicht für sinnvoll, die konzentrierten Monosubstanzen einzunehmen. Es ist eine ideologische Auseinandersetzung und darüber kann man ewig streiten. Aus der Sicht der TCM ist jede Einnahme künstlich hergestellter Monosubstanzen ein heftiger Eingriff in unseren Körper, da diese Industrieprodukte nicht in Naturform vorliegen, nicht zur Natur gehören und oft auch nicht von unserem Körper akzeptiert werden. Mit der Einnahme dieser Monosubstanzen wird unser Körper nicht naturgemäß manipuliert.

Weitere Fragen, die Ihnen oft begegen, können Sie ebenfalls gerne an uns stellen.